Deutschlands WM-Kader steht!
Ohne Said El Mala und Tom Bischof, dafür mit Nadiem Amiri und Maximilian Beier: Die Bekanntgabe des 26-köpfigen Kaders der deutschen Nationalmannschaft für die anstehende Weltmeisterschaft wirft wie immer einige Fragen auf.
Eines ist klar: Noch nie zuvor wurden im Vorfeld einer WM-Kadernominierung der deutschen Nationalmannschaft so viele Entscheidungen vorab öffentlich gemacht. Sky oder der Kicker hatten bereits Tage vor der offiziellen Pressekonferenz die Berufungen einiger Nationalspieler vermeldet – darunter Nathaniel Brown oder Maximilian Beier. Natürlich gehört es zum Journalismus dazu, solche Schlagzeilen zu liefern, jedoch litt die Spannung rund um die endgültige Kadernominierung dadurch deutlich. Die Meldung, dass der Kölner Said El Mala sicher mit nach Nordamerika reisen würde, entpuppte sich allerdings als falsch.
Bei vielen Spielern war der Platz im Aufgebot ohnehin gesetzt – etwa bei Joshua Kimmich, Florian Wirtz oder Jonathan Tah. Andere Personalentscheidungen werfen dagegen durchaus Fragen auf. Werfen wir einen Blick auf die diskutablen Entscheidungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Tor
In den vergangenen Wochen hatte es sich bereits angedeutet, dass Manuel Neuer doch noch einmal bei einer Weltmeisterschaft das deutsche Tor hüten wird. Nun ist es offiziell. Auch wenn einem Oliver Baumann ein wenig leidtun kann, ist es aus meiner Sicht die richtige Entscheidung. Besonders in der Rückrunde und vor allem im Champions-League-Hinspiel gegen Real Madrid hat Neuer gezeigt, dass er weiterhin ein Weltklasse-Torhüter sein kann. Wenn man noch einmal die Möglichkeit bekommt, auf einen Spieler seiner Qualität zurückzugreifen, sollte man diese Chance auch nutzen.
Als dritter Keeper wurde der Stuttgarter Alexander Nübel dem Münchner Talent Jonas Urbig vorgezogen. Dennoch reist der 23-Jährige als Trainingskeeper mit – sicherlich ein kleiner Trost für den jungen Münchner, der in den kommenden Jahren wohl eine große Rolle im deutschen Tor spielen wird.
Abwehr
Alle Eintracht-Fans werden sich freuen, ihren Linksverteidiger Nathaniel Brown auch bei der Weltmeisterschaft sehen zu dürfen. Ob Nagelsmann auf der linken Seite letztlich auf Brown oder David Raum setzen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Als Backup für die Innenverteidigung entschied sich der Bundestrainer gegen Matthias Ginter, der eine überragende Rückrunde beim SC Freiburg gespielt hat, und stattdessen für Malick Thiaw. Als Stammspieler bei Newcastle hat sich Thiaw seine Nominierung durchaus verdient.
Ein Name, der leider überhaupt nicht gefallen ist, lautet Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand. Der Innenverteidiger wäre definitiv ebenfalls eine interessante Option gewesen.
Die Stamm-Innenverteidigung werden voraussichtlich Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bilden. Mit Antonio Rüdiger und Waldemar Anton verfügt Deutschland zudem über weitere starke Alternativen. Die rechte Abwehrseite gehört erwartungsgemäß Joshua Kimmich.
Mittelfeld und Angriff
Die größte Diskussion dürfte das Fehlen des Kölner Shootingstars Said El Mala auslösen. Auch wenn der 19-Jährige bislang noch kein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft bestritten hat, könnte er als Joker ein absoluter Unterschiedsspieler sein. Mit seinem Tempodribbling und seiner Durchschlagskraft bringt er Qualitäten mit, die der DFB-Elf derzeit teilweise fehlen.
Stattdessen befinden sich Jamie Leweling, Nadiem Amiri und Maximilian Beier im Aufgebot. Alle drei haben sich ihre Nominierung in gewisser Weise verdient, dürften jedoch nur geringe Chancen auf einen Startelfeinsatz besitzen. Meiner Meinung nach wäre Said El Mala als Joker daher wertvoller gewesen als jeder von ihnen.
Im zentralen Mittelfeld hat es für Bayern-Talent Tom Bischof noch nicht gereicht. Dort verfügen die Deutschen mit Aleksandar Pavlović, Angelo Stiller, Leon Goretzka, Pascal Groß und Felix Nmecha allerdings auch über zahlreiche Optionen.
Anders sieht es bei Lennart Karl aus. Der 18-Jährige wurde zurecht für die rechte Außenbahn nominiert und könnte sogar gute Chancen auf einen Platz in der Startelf besitzen. Seine Konkurrenz ist der umstrittene Ex-Münchner Leroy Sané, der trotz einer schwachen Saison bei Galatasaray nominiert wurde.
Auf der Zehnerposition wurde Jamal Musiala berücksichtigt, obwohl er in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken musste. Ob es leistungstechnisch bereits für die Startelf reicht, bleibt jedoch abzuwarten. Dreh- und Angelpunkt der deutschen Offensive dürfte ohnehin Florian Wirtz sein.
Im Sturm fehlen Namen wie Niclas Füllkrug oder Jonathan Burkardt. Kai Havertz, Nick Woltemade und Deniz Undav waren in ihrer aktuellen Form jedoch schlicht die überzeugendere Wahl.
Der deutsche WM-Kader im Überblick
Tor: Manuel Neuer, Oliver Baumann, Alexander Nübel
Verteidigung: Nathaniel Brown, David Raum, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton, Malick Thiaw, Joshua Kimmich
Mittelfeld: Angelo Stiller, Felix Nmecha, Leon Goretzka, Aleksandar Pavlović, Pascal Groß, Nadiem Amiri, Lennart Karl, Jamal Musiala, Jamie Leweling, Florian Wirtz, Leroy Sané
Angriff: Kai Havertz, Maximilian Beier, Deniz Undav, Nick Woltemade
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Auf die Frage, sind die Deutschen mit diesem Kader ein Titelkandidat: Meiner Meinung nach leider nicht. Daran würde sich auch nichts ändern wenn unser Bundestrainer Said El Mala mitgenommen hätte. Ich hoffe wir packen es aber ins Halbfinale und baue auf den Teamgeist einer echten Turniermannschaft.