110 Millionen für zwei Spieler – Wie bewerten wir die Bayern-Transfers?

Während die WM in vollem Gange ist, hat sich der FC Bayern in den vergangenen Tagen die Dienste von gleich zwei vielversprechenden Neuzugängen für die Saison 2026/27 gesichert. Nathaniel Brown und Ismael Saibari kommen für jeweils 55 Millionen Euro an die Säbener Straße.


Der deutsche Rekordmeister hatte schon vor Ablauf der letzten Saison angekündigt, sich in zwei Bereichen im Sommertransferfenster zu verstärken. Zum einen soll ein neuer Linksverteidiger her, da sich der FCB und der verletzungsanfällige Alphonso Davies am Scheideweg befinden. Zum anderen wird ein flexibel einsetzbarer Offensivspieler gesucht, der bei Bedarf Harry Kane vertreten kann. Leihgabe Nicolas Jackson hatte diese Rolle in der vergangenen Saison oft erfüllt – für eine Kaufoption reichte es am Ende jedoch nicht.

Nach dem geplatzten Transfer von Anthony Gordon, den es für 80 Millionen Euro zum FC Barcelona gezogen hat, haben die Bayern relativ schnell einen Ersatz sowie den passenden Linksverteidiger gefunden.


Nathaniel Brown

Der 23-Jährige kommt von Eintracht Frankfurt und bringt einiges mit. Ähnlich wie Alphonso Davies zeichnen den talentierten deutschen Nationalspieler sein enormes Tempo und ein ausgeprägter Offensivdrang auf der Linksverteidigerposition aus. In 59 Bundesligaspielen erzielte Brown sieben Tore. Auch bei seinem WM-Debüt gegen Curaçao gelang ihm nach einer starken Gesamtleistung der Treffer zum 5:1 für Deutschland. Nachdem es in der abgelaufenen Saison mehrfach Gerüchte über einen Wechsel zu Real Madrid gegeben hatte, einigten sich die Münchner laut Fabrizio Romano nun mit Eintracht Frankfurt auf eine Ablöse von 55 Millionen Euro. Für diese Summe erhalten die Bayern einen vielversprechenden, jungen deutschen Nationalspieler, der gut ins Mannschaftsprofil passt – ein Transfer, der auf den ersten Blick fair bewertet ist.


Ismael Saibari

Mit Saibari holt der FCB einen trickreichen Straßenkicker. Der 25-jährige Marokkaner kommt von PSV Eindhoven und hat in der vergangenen Saison mit 15 Ligatoren zur niederländischen Meisterschaft beigetragen. Bei PSV wurde er dabei hauptsächlich als Zehner eingesetzt, in der marokkanischen Nationalmannschaft hingegen spielt er im Sturm. Im WM-Spiel am Sonntag gegen Brasilien zeigte er der ganzen Welt, was er draufhat, als er Keeper Alisson nach einem perfekten Tiefenlauf gekonnt überlupfte. Am Dienstag fehlte er dann im Teamtraining der Nordafrikaner, um den Medizincheck in New Jersey zu absolvieren. Für Saibari zahlt der Rekordmeister ebenfalls satte 55 Millionen Euro – sichert sich damit aber die Dienste eines flexiblen Offensivspielers, der nicht nur die Rolle des Jokers spielen wird, sondern definitiv auch ein Kandidat für die Startelf ist.


Beide Transfers zusammen für 110 Millionen Euro sind eine klare Ansage: Der FC Bayern will in der kommenden Saison wieder angreifen – und hat mit Brown und Saibari zwei Spieler geholt, die Hunger auf Erfolg mitbringen. Ob die Investition sich auszahlt, wird sich spätestens im Herbst zeigen.

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