Siegtor in der Nachspielzeit – Deutschland bezwingt die Elfenbeinküste

Deniz Undavs 2:1 in der 4. Minute der Nachspielzeit versetzt die ganze Nation in Euphorie. Ewige Autokorsos beendeten einen Abend, an dem es für die deutsche Nationalmannschaft zwischenzeitlich nach der ersten Niederlage aussah.


Schon nach wenigen Minuten im zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste war erkennbar, dass dies ein ganz anderes Spiel als gegen Curaçao werden würde. Die Ivorer, auf jeder Position stark besetzt, hielten von der ersten Minute an dagegen und erspielten sich gute Chancen. In der 30. Minute gelang ihnen sogar der nicht unverdiente Führungstreffer durch Franck Kessié. Der ehemalige Spieler des FC Barcelona staubte einen geblockten Schuss von Amad souverän ab. Deutschland erzielte in der ersten Hälfte zwar zwei Treffer, die jedoch beide wegen eines Foulspiels aberkannt wurden. Die schlechteste Nachricht der ersten 45 Minuten war jedoch die Verletzung von Nico Schlotterbeck, dem laut Medienberichten das Knie Probleme bereitet. Antonio Rüdiger ersetzte den Innenverteidiger zur Pause.

Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte eindeutig den Afrikanern, die sich mehrere gute Chancen aufs 2:0 erspielten, diese aber nicht nutzen konnten. Nach dem deutschen Dreifachwechsel in der 60. Minute wendete sich dann das Spiel. Undav, Amiri und Leweling betraten das Feld und brachten sofort frischen Wind. Das verdiente 1:1 in der 68. Minute resultierte aus einer Joker-Kombination: Nach einer tollen Flanke von Amiri aus dem rechten Halbfeld jagte Undav den Ball per Volley ins Netz. In der 90. Minute hätte Amiri das 2:1 machen müssen – sein Schuss aus elf Metern war jedoch zu lasch. In der 94. Minute war es dann doch noch so weit: Nach einem Traumpass von Nmecha vollendete, wer auch sonst, Deniz Undav aus der Drehung zum umjubelten Lucky Punch für Deutschland.

Das Siegtor setzte nicht nur den Schlusspunkt eines dramatischen Abends, sondern zeigte auch, wie sehr die deutsche Nationalmannschaft und ihre Fans für diese WM brennen. In den deutschen Städten kam es kurz nach Abpfiff zu Autokorsos, wie man sie selbst bei der Heim-EM 2024 nicht erlebt hat.

Auch wenn Deniz Undav mit seinem Doppelpack der Matchwinner war, war für mich Deutschlands bester Spieler erneut Felix Nmecha, der mit seiner Schnelligkeit und Technik nach vorne wie nach hinten eine Topleistung ablieferte.

Das Weiterkommen aus der Gruppe ist zum ersten mal seit 2014 wieder gesichert. Mit diesem Willen und dieser Charakterstärke, die den Deutschen in den letzten Jahren oft gefehlt hat, kann die Nationalmannschaft bei dieser WM wirklich weit kommen!

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