Enttäuschungen, Überraschungen und Rekorde – Recap der WM-Gruppenphase
Die Gruppenphase der größten WM aller Zeiten ist vorbei und hat ordentlich für Gesprächsstoff gesorgt. Mit 208 Toren in 72 Spielen wurde bereits ein neuer WM-Torrekord aufgestellt – zuvor waren es 2022 insgesamt 172 Treffer. Dazu gab es einige Enttäuschungen, überraschende Momente und weitere Rekorde.
Ich analysiere für euch die Gruppenphase der WM 2026!
Rekorde
Beginnen wir mit den Zahlen, die diese Gruppenphase historisch machen. Der WM-Torrekord mit 208 Toren nach 72 Spielen ist bereits Geschichte. Den Titel mit den meisten Toren nach drei Spielen teilen sich Deutschland, Frankreich und die Niederlande mit jeweils zehn Treffern. Panama ist die einzige Nation, der kein einziges Tor gelang. Die schlechteste Defensive stellten Tunesien und der Irak, die beide zwölf Gegentreffer kassierten.
Im Bereich der Torjäger hat Lionel Messi einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt. Mit sechs Toren in drei Spielen hat der Argentinier Miroslav Kloses ewigen WM-Rekord von 16 Treffern gebrochen und mit seinem Freistoßtor gegen Jordanien auf 19 Tore erhöht. Kylian Mbappé hat ebenfalls bereits viermal getroffen und teilt sich nun den zweiten Platz mit Klose.
Mit seinem Doppelpack beim 5:0 gegen Usbekistan hat Cristiano Ronaldo ebenfalls einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist nun der einzige Spieler, dem bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften mindestens ein Tor gelang.
Die größten Überraschungen der Gruppenphase
Das wohl unerwartetste Ergebnis überhaupt war das 0:0 zwischen Spanien und WM-Neuling Kap Verde, bei dem sich der 40-jährige Torhüter Vozinha nicht nur den Titel des Man of the Match, sondern auch 15 Millionen neue Instagram-Follower sicherte – eine wirklich verrückte Geschichte. Kap Verde erreichte anschließend auch gegen Uruguay und Saudi-Arabien jeweils ein Unentschieden und zieht somit als Gruppenzweiter ins Sechzehntelfinale gegen Argentinien ein.
Dass Südafrika ebenfalls als Gruppenzweiter weiterkommt, hätte nach dem Auftaktspiel gegen Mexiko kaum noch jemand gedacht. Ohne echte Stars, mit zwei gesperrten Spielern und einem holprigen Aufbauspiel erkämpften sie im zweiten Spiel das 1:1 gegen Tschechien und gewannen anschließend sogar noch mit 2:1 gegen Südkorea.
Neben diesen beiden Nationen haben es weitere sieben afrikanische Länder in die K.-o.-Phase geschafft – ebenfalls eine echte Überraschung. Einzig Tunesien musste sich als Gruppenletzter verabschieden.
Positiv überrascht hat in dieser Gruppenphase auch die deutsche Nationalmannschaft. Mit dem 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao und dem dramatischen 2:1 in der Nachspielzeit gegen die Elfenbeinküste zeigte die DFB-Elf Charakter, Spielfreude und Torgefahr – Eigenschaften, die in den letzten Jahren oft vermisst wurden. Bei der 2:1 Niederlage gegen Ecuador verfielen die Deutschen jedoch wieder in alte Muster, etwas, was ihnen im anstehenden Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht erneut passieren darf.
Die größten Enttäuschungen der Gruppenphase
Während die Afrikaner für Euphorie und Überraschung sorgten, konnten andere Länder ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden.
Allen voran die Türkei, der vor dem Turnier eine goldene Generation attestiert wurde, die es weit bringen kann. Dieser Traum endete bereits am zweiten Spieltag: Nach der 0:2-Niederlage gegen Australien verloren sie trotz vieler Chancen auch gegen Paraguay. Dass die Türkei im dritten Spiel noch mit 3:2 gegen Tabellenführer USA gewann, war da kaum noch ein Trost.
Ebenfalls für Enttäuschung sorgte Uruguay. Auch wenn der zweifache Weltmeister keinen Cavani oder Luis Suárez mehr im Sturm hat – mit Valverde, Ugarte oder Bentancur stehen genug Spieler im Kader, die bei europäischen Spitzenklubs unter Vertrag stehen. Da sie weder gegen Kap Verde noch gegen Saudi-Arabien gewinnen konnten, scheiden sie als schlechtester Gruppendritter verdient aus dem Turnier aus.
Eine Enttäuschung ist zudem dem portugiesischen Team zuzuschreiben, das mit dem vermutlich besten Kader seiner Geschichte nicht über ein Unentschieden gegen die DR Kongo und Kolumbien hinauskam. Als Gruppenzweiter wartet nun auf das Team rund um Cristiano Ronaldo ein extrem schwieriges Programm in der K.-o.-Phase.
Aber: 2016 wurde Portugal Europameister, nachdem die Mannschaft mit drei Unentschieden denkbar schwach durch die Gruppenphase gestolpert war. Abschreiben sollte man sie also auf keinen Fall!
Die schneller16er 11 der WM-Gruppenphase (4-3-3)
Fazit
Die Gruppenphase der WM 2026 hat eines klar gezeigt: Bei diesem Turnier ist nichts vorhersehbar. Rekorde fallen, Favoriten stolpern und Außenseiter schreiben Geschichte. Genau das macht diese WM so besonders – und die K.-o.-Phase dürfte noch einiges an Dramatik bereithalten.
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