Vielversprechende Talente statt fertige Stars

Auch in dieser Transferperiode setzt der Großteil der Bundesligisten auf den Kauf von jungen, vielversprechenden Talenten aus dem Ausland oder der 2. Bundesliga. Diese kosten oftmals wenig Geld und sollen in der Bundesliga zu echten Leistungsträgern heranwachsen.

Wir werfen einen Blick auf die 10 spannendsten Bundesliga-Neuzugänge der letzten Wochen. Bewertet wird dabei nicht nur der Name, sondern auch die Ablöse und die Perspektive im neuen Verein.

Nicht dabei sind Grischa Prömel (VfB Stuttgart) und Rocco Reitz (RB Leipzig), die zwar zwei Top-Transfers innerhalb der Liga darstellen, deren Wechsel aber nun schon etwas länger bekannt ist.

Das sind die bisher 10 interessantesten Bundesliga-Neuzugänge:

10. Paul Okon-Engstler (1. FC Köln)

Wer die WM ganz genau verfolgt hat, dem könnte dieser Name in Erinnerung geblieben sein. Der 21-jährige Paul Okon-Engstler stand in allen vier WM-Spielen der australischen Nationalmannschaft auf dem Platz und wusste durchaus zu überzeugen. Nun wagt der Mittelfeldspieler den nächsten Schritt und wechselt für weniger als 2 Millionen Euro vom Sydney FC nach Australien zum Effzeh. Nach dem Abgang von Eric Martel (Mainz 05) erhalten die Geißböcke einen neuen, jungen Mittelfeldspieler für wenig Geld.

9. Satoshi Tanaka (FC Schalke 04)

Ein absolutes Schnäppchen machten die Schalker mit Satoshi Tanaka. Der 23-jährige Japaner wechselt für gerade mal eine Million Euro von Düsseldorf zu Königsblau. Der ursprüngliche Preis belief sich auf zehn Millionen Euro, doch durch den Drittliga-Abstieg der Fortunen sank er erheblich. Tanaka ist erst in der vergangenen Winterpause aus Japan nach Düsseldorf gewechselt und war einer der Wenigen, der in der Rückrunde seine Leistung auf den Platz brachte. Mit Tanaka hat sich Schalke die Dienste eines aggressiven, dynamischen und laufstarken Sechsers gesichert.

8. Hennes Behrens (FC Augsburg)

Eine der Entdeckungen der vergangenen Bundesliga-Rückrunde war der 21-jährige Behrens. Von Hoffenheim an Heidenheim ausgeliehen, zeigte der Linksverteidiger durch starkes Zweikampfverhalten und gefährliche Flanken sein Können. In der kommenden Saison wird Behrens das Trikot des FCA tragen – der Verein verpflichtete ihn für 3,5 Millionen Euro plus Boni von den Kraichgauern. Der aktuelle Linksverteidiger Giannoulis wird die Fuggerstädter voraussichtlich noch verlassen, weshalb die Augsburger ihn bereits jetzt durch ein vielversprechendes Talent ersetzt haben.

7. Patson Daka (Hamburger SV)

Ob Patson Daka beim HSV wirklich einschlagen wird, ist aktuell noch eine Wundertüte. Der 27-jährige Stürmer aus Sambia wechselt nach dem Abstieg von Leicester City aus der zweiten englischen Liga in die Bundesliga. 2021 zahlte Leicester 35 Millionen Euro an RB Salzburg, wo Daka in 108 Spielen 59 Tore schoss. In der vergangenen Saison gelangen ihm jedoch gerade mal fünf Tore. Ich glaube trotzdem, dass Daka in der Bundesliga zu alter Stärke zurückfinden und den Rothosen einen echten Mehrwert in der Spitze bieten wird.

6. Joane Gadou (Borussia Dortmund)

Mit 20 Millionen Euro ist Joane Gadou der teuerste Zugang der bisherigen Transferperiode des BVB. Für einen erst 19-jährigen Innenverteidiger von RB Salzburg ist das nicht wenig. Trotzdem wird Gadou in Dortmund schon sehr bald eine wichtige Rolle einnehmen. Durch den vorzeitigen Ausfall von Nico Schlotterbeck wird der französische Jugendnationalspieler vorerst einen Stammplatz in der schwarz-gelben Verteidigung haben und sich beweisen können.

5. Francis Onyeka (SV Elversberg)

Bundesliga-Newcomer Elversberg bewahrt auch in der ersten Liga seine erfolgreiche Transferstrategie der letzten Jahre: das Ausleihen von hochtalentierten Bundesligaspielern, die in Elversberg genug Spielzeit sammeln, um nicht nur sich selbst, sondern auch den Verein voranzubringen (Nick Woltemade, Fisnik Asllani, Bambase Conte). Mit dem 19-jährigen Francis Onyeka haben sie nun eines der größten deutschen Talente von Bayer Leverkusen ausgeliehen, wo es für ihn noch nicht für die Startelf reicht. In der vergangenen Saison war Onyeka an Bochum ausgeliehen, schoss in der 2. Bundesliga acht Tore und war der wichtigste Offensivspieler beim VfL. Bei Elversberg wird er einen Stammplatz auf der Zehn erhalten und ein entscheidender Faktor beim Klassenerhalt sein. Eine Win-Win-Situation!

4. Nathan de Cat (TSG Hoffenheim)

Den Abgang von Mittelfeldspieler Grischa Prömel (VfB Stuttgart) haben die Kraichgauer mit einem belgischen Ausnahmetalent kompensiert. Nathan de Cat hat erst vor ein paar Tagen seinen 18. Geburtstag gefeiert und bringt trotzdem schon einiges an Profierfahrung mit. Für seinen Ausbildungsverein RSC Anderlecht absolvierte er 48 Profispiele und schoss dabei drei Tore. Für die belgische A-Nationalmannschaft feierte de Cat im März beim Testspiel gegen die USA sein Debüt. Der 1,92 m große Mittelfeldmann ist eines der größten Talente im europäischen Fußball. Dementsprechend zahlte die TSG eine stolze Summe von 17 Millionen Euro an Anderlecht und machte de Cat zum zweitteuersten Transfer der Vereinsgeschichte.

3. Kennet Eichhorn (Bayer Leverkusen)

Manchester City, FC Liverpool, Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig – alle wollten ihn, doch letztlich entschied sich Kennet Eichhorn für Bayer 04 Leverkusen. Mit gerade einmal 16 Jahren wuchs Eichhorn in der vergangenen Saison beim Hertha BSC zum Unterschiedsspieler heran. Für etwas weniger als 10 Millionen Euro wechselt er nun zum deutschen Meister von 2024. Dass Eichhorn bei der Werkself direkt eine Stammrolle übernimmt, ist zu bezweifeln. Bayer 04 wird ihn – wie einst Florian Wirtz – Schritt für Schritt zum Führungsspieler aufbauen, der den deutschen Fußball zum Staunen bringt.

2. Ismael Saibari (Bayern München)

Wer Marokko bei der WM verfolgt hat, den sollten keinerlei Zweifel befallen, dass 55 Millionen Euro zu viel für Ismael Saibari sind. Mit dem 25-Jährigen wechselt ein trickreicher Offensivspieler von PSV Eindhoven an die Säbener Straße, der sowohl auf der Zehn als auch im Sturm eingesetzt werden kann. Saibari wird nicht nur die Rolle als Backup für Harry Kane oder Jamal Musiala übernehmen, sondern definitiv ein Kandidat für die Startelf sein. Mehr Infos über den Saibari-Transfer findest du in meinem Artikel unter https://schneller16er.com/110-millionen-fuer-zwei-spieler-wie-bewerten-wir-die-bayern-transfers/

1. Nathaniel Brown (Bayern München)

Der Spieler, der meiner Meinung nach den größten Mehrwert aller Transfers ausmacht, ist der andere 55-Millionen-Euro-Einkauf der Bayern – Nathaniel Brown. Durch die andauernden Verletzungen von Alphonso Davies mussten in der vergangenen Saison Laimer, Bischof oder Stanišić auf die Linksverteidigerposition ausweichen. Diese haben ihren Job solide erfüllt, können ihre Stärken aber auf anderen Positionen besser zur Geltung bringen. Mit dem 23-jährigen Brown haben die Bayern nun den besten deutschen Linksverteidiger verpflichtet, der sich nach zwei starken Jahren bei Eintracht Frankfurt in die WM-Startelf der deutschen Nationalmannschaft gespielt hat. Beim deutschen WM-Aus gegen Paraguay war er noch einer der Besten. Brown zeichnet sich vor allem durch seine Schnelligkeit und einen enormen Offensivdrang aus. Mehr Infos zu diesem Transfer findest du ebenfalls in meinem Artikel unter https://schneller16er.com/110-millionen-fuer-zwei-spieler-wie-bewerten-wir-die-bayern-transfers/

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