Drei Fatale Fehlschüsse – Deutschland scheitert im Elfmeterschießen an Paraguay
Zum dritten Mal in Folge hat es die deutsche Nationalmannschaft nicht geschafft, das Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft zu erreichen. Nach ideenlosen 120 Minuten scheiterte die DFB-Elf kläglich im Elfmeterschießen an Außenseiter Paraguay.
Ein Kommentar zum WM-Aus.
Kein Plan nach vorne, keine Ideen im letzten Drittel, kein Mut. Dass die deutsche Nationalmannschaft über 120 Minuten keinen einzigen sehenswerten Spielzug nach vorne kombinieren konnte, beschreibt das Spiel ziemlich treffend. Wie schon bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador lautete die Taktik auch im Sechzehntelfinale: Halbfeldflanken in den Sechzehner und Ecken bis zum geht nicht mehr. Zwar fiel das 1:1 durch genau eine solche Halbfeldflanke – Florian Wirtz auf den Kopf von Kai Havertz – viele weitere Großchancen ergaben sich dadurch aber nicht.
Beim zwischenzeitlichen 1:0 für die Südamerikaner schlief die deutsche Abwehr dafür gewaltig. Nach einer Flanke von der rechten Seite konnte Julio Enciso ohne jeden Gegenspieler einköpfen – ein Tor, das so nicht hätte fallen dürfen.
Wirkliche Moral bewies die deutsche Mannschaft in der Folge nicht. Natürlich hatte sie dreimal so viel Ballbesitz wie Paraguay – aber sobald der Ball im letzten Drittel landete, fehlten die Ideen vollständig. Über ein 1:1 nach 90 Minuten kamen sie demnach nicht hinaus.
In der Verlängerung schien kurzzeitig die Erlösung zu nahen. Nach einer Ecke von Brown köpfte Jonathan Tah wuchtig ein. Schiedsrichter Jalal Jayed kassierte das Tor jedoch wegen eines vermeintlichen Foulspiels von Waldemar Anton am paraguayischen Torhüter Gill wieder ein – eine äußerst fragwürdige Entscheidung, die das Stadion in Aufruhr versetzte.
Die Entscheidung fiel also im Elfmeterschießen – und was dort folgte, war symptomatisch für den gesamten Abend. Kai Havertz, eigentlich ein absolut sicherer Schütze, machte den Anfang und scheiterte halbhoch am gegnerischen Keeper. Die ersten drei Elfmeter verwandelte Paraguay sicher. Auch Kimmich und Musiala trafen. Dann kam Nick Woltemade. Der Stürmer von Newcastle United scheiterte bei seinem ersten WM-Einsatz überhaupt ebenfalls an Keeper Gill – seinen Elfmeter hätte man von vorne bis hinten kaum schlechter schießen können.
Paraguay hatte nun zwei Versuche, um den Sack zuzumachen – doch weder Sanabria noch Balbuena konnten den Ball versenken. Nach Amiris Ausgleich war wieder alles offen. Doch dann trat Jonathan Tah an und jagte seinen Elfmeter in die Wolken. José Canale hatte damit die dritte Möglichkeit, das Spiel zugunsten des Außenseiters zu entscheiden – verwandelte sicher unter die Latte und besiegelte damit das erneut frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft.
Deutschland scheitert bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale. Nach dem doppelten Gruppenaus 2018 und 2022 ist die DFB-Elf zum dritten Mal in Folge nicht unter den besten 16 Mannschaften vertreten. Die Gegner, an denen man dabei scheiterte, waren Südkorea, Japan – und nun Paraguay. Zum Vergleich: Zwischen 2002 und 2014 landete Deutschland viermal unter den besten drei Nationen der Welt.
Ein Leistungsabfall, der den gesamten deutschen Fußball hinterfragen lässt . Haben wir ein strukturelles Problem, liegt es an taktischer Einfallslosigkeit oder an fehlender Mentalität?
Wie der DFB in den nächsten Wochen darauf reagieren wird, bleibt abzuwarten!
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