Fünf Erkenntnisse aus Deutschland gegen Finnland


Bevor es diese Woche mit dem Flieger in die USA geht, hat sich die deutsche Nationalmannschaft heute Abend in Mainz im letzten Testspiel auf heimischem Boden mit Finnland gemessen. Gefehlt hat neben dem noch leicht angeschlagenen Manuel Neuer nur Kai Havertz, der am Abend zuvor im Champions-League-Finale noch die Führung erzielt hatte. Stattdessen startete Oliver Baumann im Tor sowie Deniz Undav im Sturm. Zudem durfte Frankfurts Brown auf der Linksverteidiger-Position beginnen.

Nach einem sehr einseitigen Spiel siegte Deutschland in der Höhe verdient mit 4:0. Für die anstehende WM brachte das Testspiel einige Erkenntnisse mit sich.


1. Pavlović und Nmecha bilden ein überragendes Mittelfeld


Das Zentrum ist womöglich die am breitesten besetzte Position im deutschen WM-Kader. Wer am 14. Juni den Vortritt erhält, hat sich heute vermutlich geklärt. Dass Aleksandar Pavlović den defensiven Sechser spielen wird, war ziemlich klar. Neben ihm hat der Dortmunder Felix Nmecha gegen Finnland gezeigt, dass er sich als Box-to-Box-Spieler perfekt ergänzt. Besonders durch sein temporeiches Andribbeln im Mittelfeld sticht Nmecha heraus und wird auch bei der WM eine wichtige Rolle spielen.


2. Karl gehört in die Startelf


Dass es Lennart Karls Startelfdebüt im deutschen Trikot war, hätte ein Außenstehender wohl kaum gedacht. Das Münchner Supertalent hat heute gezeigt, dass es in zwei Wochen definitiv ein Kandidat für die Startelf ist. Nachdem er in der ersten Halbzeit schon einer der Auffälligsten war, setzte er in Hälfte zwei noch eine Schippe drauf und bereitete unter anderem das 3:0 von Deniz Undav mit einem perfekten Steckpass vor.


3. Musiala ist noch nicht bereit für die Startelf


Auch wenn ihm mit dem 4:0 erneut ein Erfolgserlebnis gelang, war Jamal Musialas Leistung über das gesamte Spiel hinweg noch nicht überzeugend genug. In beiden Hälften hatte er nur wenige gute Aktionen und scheiterte in seinen Dribblings oft schon am ersten Gegenspieler. Gegen Finnland oder den anstehenden Gegner Curaçao reicht das zwar aus, aber gegen stärkere Mannschaften wie Ecuador oder die Elfenbeinküste wäre Musiala als Joker womöglich die bessere Option.


4. Undav ist Deutschlands bester Torjäger


Deniz Undav hat erneut bewiesen, dass er für Julian Nagelsmann eigentlich unverzichtbar ist. Nachdem er die ersten beiden Großchancen des Spiels noch etwas lässig vergab, erzielte er zwei Tore und bereitete ein weiteres mit einer starken Balleroberung vor. Allein die Qualität, sich so viele Chancen zu erspielen, macht den Stuttgarter zum Top-Torjäger.


5. Leistungssteigerung in Halbzeit zwei bringt WM-Hoffnung


Um ein ernsthafter Titelkandidat bei der WM zu sein, war ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied gegen Nicht-Teilnehmer Finnland Pflicht. Besonders in der zweiten Halbzeit spielte Deutschland deutlich stärkeren Offensivfußball und erspielte sich viele gute Torchancen. Ob die Defensive jedoch gegen stärkere Gegner bestehen kann, wird sich noch zeigen, da Finnlands Angriff über das gesamte Spiel harmlos blieb.

Am Samstag, den 6. Juni, trifft Deutschland in Chicago im letzten Testspiel auf Gastgeber USA, wo sie vor WM-Start noch einmal an die heutige Leistung anknüpfen können.


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