Wer sind die Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Rückrunde?
Auch in der Rückrunde der Bundesliga-Saison 2025/26 gab es wieder einige Spieler, die durch überraschend starke Leistungen oder deutlich mehr Einsatzzeit aufgefallen sind. Demgegenüber standen jedoch auch Profis, die im Vergleich zur Hinrunde kaum noch Spielzeit sammeln konnten oder komplett vom Radar verschwanden.
In der folgenden Liste ranke ich die meiner Meinung nach größten Gewinner und Verlierer der Rückrunde jedes Bundesliga-Vereins.
Bayern München
Dass sogar eine WM-Teilnahme im Raum steht, sagt bereits vieles aus. Jonas Urbig kam in der Rückrunde auf zehn Bundesliga-Einsätze und vertrat Manuel Neuer mit starken Paraden oftmals souverän. Dadurch weckte der 22-Jährige auch das Interesse des Bundestrainers und könnte bei der anstehenden Weltmeisterschaft im Kader stehen.
Kaum eine Rolle spielte dagegen Raphael Guerreiro. Trotz der häufigen Doppelbelastung durch die Champions League kam der Portugiese 2026 nur noch auf neun Bundesliga-Einsätze – lediglich drei davon von Beginn an. Nicht ohne Grund ist er im Sommer ablösefrei auf dem Markt erhältlich.
Borussia Dortmund
In die großen Fußstapfen seines älteren Bruders Jude ist Jobe Bellingham zwar noch nicht vollständig getreten, dennoch hat sich seine Situation im neuen Jahr deutlich verbessert. Nachdem er in der Hinrunde von vielen bereits als Transferflop abgestempelt wurde, stand der junge Engländer seit Januar in 15 von 19 Spielen in der Startelf. Auch wenn er von Pascal Groß’ Brighton-Rückkehr sowie der Verletzung von Felix Nmecha profitierte, überzeugte Bellingham mit starken Leistungen.
Ganz anders verlief die Rückrunde für Yan Couto, der lediglich in drei Spielen von Beginn an ran durfte. Da der BVB ab Ende Februar weder im DFB-Pokal noch international vertreten war, setzte Niko Kovac in der Bundesliga nahezu durchgehend auf seinen Flankengott Ryerson.
RB Leipzig
Auch wenn er bereits in der Hinrunde angedeutet hatte, was in ihm steckt, legte der 19-jährige Yan Diomande 2026 noch einmal deutlich nach und überzeugte konstant mit Top-Leistungen. Mit zwölf weiteren Scorerpunkten weckte der Ivorer das Interesse zahlreicher europäischer Spitzenklubs und verzeichnete einen Marktwertsprung von über 70 Millionen Euro.
Diomandes Aufstieg verdrängte Leipzigs 18-Millionen-Euro-Sommertransfer Johan Bakayoko dagegen nahezu vollständig aus dem Rampenlicht. Der Belgier kam in der Rückrunde lediglich auf acht Kurzeinsätze, blieb ohne Scorerpunkt und ist damit Leipzigs größter Verlierer der Rückrunde.
VfB Stuttgart
Elf Tore und sieben Vorlagen in der Bundesliga seit Januar sprechen für sich. Deniz Undav ist 2026 Deutschlands torgefährlichster Spieler, spielte sich zurück in den Nationalmannschaftskader und ist damit Stuttgarts Gewinner der Rückrunde.
Ihm gegenüber steht der 15-Millionen-Euro-Sommertransfer Badredine Bouanani. Der junge Algerier konnte trotz häufiger Rotation in der VfB-Startelf kaum zusätzliche Minuten sammeln und wurde seiner hohen Ablösesumme bislang nur selten gerecht.
TSG Hoffenheim
Trotz kritischer Kommentare bezüglich seines Alters in der Hinrunde fand Andrej Kramarić 2026 wieder zu alter Stärke zurück und zählte mit 14 Scorerpunkten erneut zu Hoffenheims unverzichtbaren Leistungsträgern.
Ganz anders verlief die Rückrunde für Muhammed Damar. Einer der besten Zweitligaspieler der Saison 2024/25 konnte sich nicht nachhaltig durchsetzen und kam seit Januar gerade einmal auf 78 Spielminuten für die Kraichgauer. Eine Winterleihe wäre für den hochtalentierten Mittelfeldspieler womöglich die sinnvollere Lösung gewesen.
Bayer Leverkusen
Auch wenn er bei der Werkself noch kein unumstrittener Stammspieler ist, konnte Christian Kofane mehrfach auf sich aufmerksam machen. Er verdrängte in einigen Partien nicht nur Top-Stürmer Patrick Schick auf die Bank, sondern weckte auch das Interesse internationaler Spitzenklubs. Mit einem Marktwertzuwachs von 35 Millionen Euro ist er Bayers Gewinner der Rückrunde.
Ganz anders sieht es bei Eliesse Ben Seghir aus. Für den Marokkaner überwies Leverkusen im Sommer immerhin 32 Millionen Euro an Monaco. Ausgebremst durch Verletzungspech wartet er jedoch auch 2026 noch auf seinen ersten Scorerpunkt für die Werkself. Bislang muss man leider von einem klaren Transferflop sprechen.
SC Freiburg
Igor Matanović etablierte sich 2026 mit neun Bundesligatoren und drei weiteren Vorlagen als Freiburgs Stürmer Nummer eins – sowohl in der Bundesliga als auch auf internationaler Bühne. Nachdem er in der Hinrunde nur selten zum Zug gekommen war, scheint sich sein Transfer nun endgültig bezahlt zu machen.
Da es schwerfällt, bei den Breisgauern einen eindeutigen Verlierer der Rückrunde auszumachen, fällt die Wahl auf den lange verletzten Max Rosenfelder.
Eintracht Frankfurt
In der Hinrunde noch Reservist, im neuen Jahr absolute Stammkraft: Aurèle Amenda profitierte von der Verletzung Arthur Theates und trug entscheidend dazu bei, dass Eintrachts Defensive in der Rückrunde deutlich stabiler wirkte.
Bei WM-Held Mario Götze lief es dagegen deutlich schlechter. Besonders unter Trainer Albert Riera saß der 33-Jährige häufig über die kompletten 90 Minuten auf der Bank, stand nur in fünf Spielen in der Startelf und blieb als Offensivspieler ohne weiteren Scorerpunkt.
FC Augsburg
Nach null Torbeteiligungen in der Hinrunde führte Alexis Claude-Maurice den FC Augsburg mit neun Scorerpunkten im Jahr 2026 zum Klassenerhalt und ist damit vielleicht sogar DER Gewinner der gesamten Bundesliga-Rückrunde.
Mert Kömür, der zu Beginn der Saison noch als großes Supertalent gefeiert wurde, konnte dagegen kaum weitere Akzente setzen. In 19 Spielen stand der 20-Jährige nur noch achtmal in der Startelf und sammelte lediglich zwei Torvorlagen. Trotz seiner Rolle als Augsburgs Verlierer der Rückrunde bleibt ihm als jungem Talent noch reichlich Zeit, sein Potenzial auszuschöpfen.
Mainz 05
In der Hinrunde sammelte er mehr Platzverweise als Scorerpunkte, in der Rückrunde wurde er zu einem entscheidenden Faktor im Mainzer Klassenerhalt. Paul Nebel fand zu alter Stärke zurück und ist damit Mainz’ Gewinner der Rückrunde.
Durch gleich drei neue Sturmverpflichtungen im Winter verschlechterte sich die Situation für Eigengewächs Nelson Weiper deutlich. 2026 stand der 21-Jährige nicht einmal mehr in der Startelf und blieb ohne Scorerpunkt.
Union Berlin
Da die Eisernen eine Rückrunde zum Vergessen erlebten, fällt die Suche nach einem Gewinner schwer. Hervorheben kann man dennoch den 16-jährigen Linus Güther, der mit 16 Jahren und drei Tagen zum zweitjüngsten Bundesligadebütanten gekürt wurde.
Verlierer gab es dagegen einige. Besonders Ilyas Ansah enttäuschte, da er als Offensivspieler 2026 keine einzige Torbeteiligung mehr verbuchte und meist nur noch von der Bank kam.
Borussia Mönchengladbach
Als Gewinner der Rückrunde kann bei Gladbach eigentlich nur der 17-jährige Wael Mohya genannt werden. Der Youngster drängte sich mehrfach in die Startelf der Fohlen und erzielte sogar zwei Treffer.
Für Florian Neuhaus verlief die Rückrunde dagegen ernüchternd. Nach dem bekannten Mallorca-Video im Sommer kam er in der Hinrunde noch vergleichsweise regelmäßig zum Einsatz, spielte im neuen Jahr jedoch praktisch keine Rolle mehr und wurde lediglich fünfmal eingesetzt.
Hamburger SV
Im Winter wurde Damion Downs geholt, um Tore zu schießen – doch diese Aufgabe konnte er mit null Treffern in zwölf Spielen nicht erfüllen. Gegen Ende der Saison erhielt er folgerichtig immer weniger Einsatzzeit und zählt zu den größten Verlierern der HSV-Rückrunde.
Deutlich positiver verlief das Halbjahr für Warmed Omari. Nachdem ihn die Hinrunde noch verletzungsbedingt ausgebremst hatte, entwickelte er sich neben Luka Vušković zu einer echten Stütze der Hamburger Defensive.
1. FC Köln
Mit sechs Toren und einer Vorlage entwickelte sich Ragnar Ache neben Said El Mala zu einem echten Hoffnungsträger im Kölner Abstiegskampf. Auch wenn ihn gegen Saisonende eine Verletzung stoppte, zählt er zu den klaren Gewinnern der Rückrunde.
Innenverteidiger Rav van den Berg fiel in der Hinrunde lange verletzt aus. Obwohl er in der Rückrunde wieder fit war, setzte Trainer Rene Wagner überwiegend auf andere Optionen, sodass van den Berg lediglich auf acht Einsätze kam.
Werder Bremen
In einer enttäuschenden Bremer Saison voller Verletzungsprobleme gab es nur wenige echte Lichtblicke. Einer davon war Eigengewächs Salim Musah. Der Stürmer feierte am 26. Spieltag sein Bundesliga-Debüt und kam in den letzten neun Spielen dank viel Wille und Einsatzbereitschaft auf acht Einsätze sowie ein Tor. Für die Saison 2026/27 könnte der 20-Jährige daher ein spannender Name werden.
Mit Samuel Mbangula verpflichtete Werder im Sommer eigentlich ein vielversprechendes Talent. Nach einigen ordentlichen Auftritten in der Hinrunde spielte der belgische Offensivakteur in der Rückrunde jedoch kaum noch eine Rolle. Mit nur einer Vorlage und fünf Startelfeinsätzen ist Mbangula Werders größter Verlierer der Rückrunde.
VfL Wolfsburg
Einen Gewinner bei der wohl enttäuschendsten Mannschaft der Saison auszumachen, ist nahezu unmöglich. Christian Eriksen kann man dennoch hervorheben, da die Dänemark-Legende mit neun Scorerpunkten zu den wenigen konstanten Leistungsträgern der Wölfe gehörte.
Verlierer gab es in Wolfsburg dagegen reichlich. Besonders Mohammed Amoura steht sinnbildlich für die enttäuschende Rückrunde: Nachdem im Sommer noch ein Wechsel zu Benfica für über 30 Millionen Euro im Raum stand, kommt der Stürmer 2026 lediglich auf drei Scorerpunkte und ist damit Wolfsburgs größter Verlierer.
FC Heidenheim
Ein klarer Lichtblick in Heidenheims Rückrunde war Hoffenheim-Leihgabe Hennes Behrens. Der 21-jährige Linksverteidiger stand ab dem 20. Spieltag in jeder Partie in der Startelf und überzeugte regelmäßig mit starken Leistungen, sodass er für die TSG durchaus eine interessante Option für die kommende Saison sein könnte.
Trotz Tabellenplatz 18 gab es in Heidenheim nur wenige echte Verlierer, da die Kaderqualität insgesamt schlicht nicht bundesligareif wirkte. Stürmer Mikkel Kaufmann wurde auch 2026 weiterhin vom Verletzungspech verfolgt und kam daher lediglich auf sieben Kurzeinsätze.
FC St. Pauli
Einen klaren fußballerischen Gewinner der Rückrunde bei den Kiezkickern auszumachen, ist schwierig. Publikumsliebling Jackson Irvine, der große Teile der Hinrunde verletzungsbedingt verpasst hatte, fand jedoch zu alter Stärke zurück und führte seine Mannschaft als Kapitän durch den Abstiegskampf.
Für Linksverteidiger Louis Oppie verlief das neue Jahr dagegen enttäuschend. Nachdem er 2025 noch unumstrittener Stammspieler gewesen war, reichte es 2026 nur noch für vier Startelfeinsätze.
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